Wissenschaftsförderung 2026: Oberberg Stiftung Matthias Gottschalt fördert innovative Projekte in der Sucht- und Präventionsforschung mit 60.000 €
Die Oberberg Stiftung Matthias Gottschaldt gibt
die Auswahl der geförderten Projekte im Rahmen ihrer Wissenschaftsförderung
2026 bekannt. Auch in diesem Jahr war das Interesse an der Ausschreibung
außerordentlich hoch: Zahlreiche qualitativ hochwertige und wissenschaftlich
vielversprechende Projektanträge aus unterschiedlichen Bereichen im Kontext von
Abhängigkeitserkrankungen wurden eingereicht.
Die eingegangenen Anträge spiegeln die große
Innovationskraft sowie die wissenschaftliche Relevanz aktueller
Forschungsvorhaben im Bereich der Abhängigkeitserkrankungen wider. Nach einem
sorgfältigen Begutachtungsprozess hat der Stiftungsvorstand drei Projekte zur
Förderung mit insgesamt 60.000 € ausgewählt, die in besonderer Weise durch ihre
wissenschaftliche Qualität, ihre klinische bzw. gesellschaftliche Relevanz
sowie ihre Passung zu den Zielen der Stiftung überzeugen konnten.
Mit der Förderung dieser Projekte setzt die
Oberberg Stiftung Matthias Gottschaldt ihr Engagement fort, wissenschaftliche
Erkenntnisse zu fördern und deren Transfer in die Versorgungspraxis und
Gesellschaft zu unterstützen.
Die geförderten Projekte im Überblick
- Fit 4 Buy -
Kompetenzorientierte Schulprävention problematischen Kaufverhaltens
- Medizin Campus
OWL Ruhr-Universität Bochum
- Das Projekt untersucht die Rolle biologischer
Geschlechtsunterschiede und epigenetischer Mechanismen im Zusammenhang mit
stressinduziertem Alkoholverlangen. Im Fokus steht dabei das
Oxytocin-Vasopressin-System, das zunehmend als potenzieller Ansatzpunkt für
neue Therapieformen gilt. Mithilfe experimenteller Stressparadigmen sowie
genetischer Analysen soll erforscht werden, wie biologische und psychologische
Faktoren zusammenwirken und geschlechtsspezifische Unterschiede in der
Stressreaktion und im Suchterleben beeinflussen. Ziel ist ein vertieftes
Verständnis der neurobiologischen Grundlagen von Alkoholabhängigkeit, um
langfristig differenziertere und individuell zugeschnittene Behandlungsansätze
zu ermöglichen.
- Theta-Burst-Stimulation
bei Alkoholabhängigkeit
- Medizinische
Einrichtungen des Bezirks Oberpfalz – KU
- Das Projekt widmet sich der Erforschung eines
neuartigen neuromodulativen Behandlungsverfahrens. Untersucht wird die
Wirksamkeit einer beschleunigten Theta-Burst-Stimulation, einer speziellen Form
der transkraniellen Magnetstimulation, bei Patientinnen und Patienten mit
Alkoholabhängigkeit. In einer kontrollierten Studie soll geprüft werden, ob
dieses Verfahren das Verlangen nach Alkohol reduzieren und die
Therapieergebnisse verbessern kann. Durch die Kombination moderner
Stimulationsprotokolle mit hoher Behandlungsintensität zielt das Projekt darauf
ab, neue evidenzbasierte Therapieoptionen für eine Erkrankung mit bislang hohen
Rückfallraten zu entwickeln.
- Die Rollen des biologischen
Geschlechts und der Regulation des Oxytocin-Vasopressin-Systems im Zusammenhang
mit stressinduziertem Alkoholverlangen
- Medizinische
Hochschule Hannover
- Das Projekt verfolgt einen präventiven Ansatz und
adressiert problematisches Kaufverhalten bei Jugendlichen. Ziel ist die
Entwicklung und Pilotierung eines evidenzbasierten schulischen
Präventionsprogramms, das junge Menschen im Umgang mit Konsum, digitalen
Kaufanreizen und emotionalen Belastungen stärkt. Das Programm umfasst mehrere
Module, die unter anderem Medienkompetenz, Impulskontrolle und
Stressbewältigung fördern. Durch die schulische Implementierung und die
langfristige Bereitstellung der Materialien soll ein nachhaltiger Beitrag zur
Prävention von Verhaltenssüchten und zur Förderung psychischer Gesundheit im
Jugendalter geleistet werden.
Ausblick
Die Oberberg Stiftung Matthias Gottschaldt plant,
auch in Zukunft gezielt innovative Forschungsvorhaben zu unterstützen. Es ist
vorgesehen, im vierten Quartal 2026 erneut Fördermittel für das Jahr 2027
auszuschreiben.
Kontakt:
Oberberg Stiftung Matthias Gottschaldt
Hausvogteiplatz 10
10117 Berlin
info@oberberg-stiftung.de
Wilhelm-Feuerlein-Preis 2025
Die Oberberg Stiftung Matthias Gottschaldt prämiert alle zwei Jahre herausragende wissenschaftliche Arbeiten auf dem Gebiet der Forschung über substanzgebundene Abhängigkeiten.
Die Preisverleihung 2025 erfolgte im Rahmen des deutschen Suchtkongresses, welcher vom 22.09. bis 24.09.2025 in Berlin stattfand.
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