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The effect of brain structure, brain function and brain connectivity on relapse in alcohol dependence


Dr. rer. medic. Dipl.-Psych. Anne Beck
Dr. rer. nat. Dipl.- Ing. Torsten Wüstenberg
(Erstautoren der Originalarbeit)
Preisträger des Wilhelm Feuerlein Forschungspreises 2014 zur Grundlagenforschung

In dieser Studie untersuchten wir mit Hilfe der MR-Bildgebung, wie die strukturellen und funktionellen Veränderungen im Gehirn von entgifteten alkoholabhängigen Patienten mit einem möglichen prospektiven Rückfallrisiko zusammenhängen.

Während des MR-Experiments wurde die Hirnanatomie der Studienteilnehmer und ihre neuronale Reaktion auf Bilder von alkoholischen Getränken gemessen. Zusätzlich wurden die Patienten über einen Zeitraum von drei Monate nach der Messung regelmäßig kontaktiert, um Informationen über Rückfälle zu erhalten. Nach drei Monaten waren 65% der entgifteten Alkoholpatienten rückfällig geworden.

Rückfällige Patienten zeigten einen verstärkten Verlust der grauen Substanz in Bereichen des Vorderhirns, welche unter anderem mit Verhaltensregulation und Emotionskontrolle assoziiert sind. Zudem waren bei diesen Patienten während der Verarbeitung suchtrelevanter Reize besonders solche Hirnareale verstärkt aktiv, die u.a. mit der Aufmerksamkeitslenkung assoziiert sind.

Im Gegensatz waren bei abstinent geblieben Patienten solche Hirnbereiche verstärkt aktiv die unter anderem die individuelle Bedeutsamkeit von Reizen – deren Salienz – kodieren. Zusätzlich zeigte sich in dieser Gruppe eine verstärkte funktionelle Konnektivität innerhalb des bereits angesprochen Salienz-Netzwerkes. Unserer Interpretation nach fungieren suchtrelevante Reize bei abstinent gebliebenen Patienten wahrscheinlich als Warnsignale, welche einem potentiellen Rückfall entgegenwirken.

Die methodische Stärke der Studie liegt in der Beachtung des Hirns als strukturell-funktionelle Einheit. So wurden im Kontext der Alkoholabhängigkeit erstmals Aspekte der veränderten Hirnstruktur, -aktivität und -konnektivität gemeinsam untersucht und die hirnfunktionellen Daten für die bei Alkoholpatienten teilweise beträchtlichen Hirnatrophie korrigiert.

Diese Ergebnisse sind ein Beitrag auf der Suche nach biologischen Markern der Alkoholabhängigkeit und im speziellen des Rückfalls und eröffnen darüber hinaus neue Ansätze zur Entwicklung verhaltenstherapeutischer Psychotherapien dieser Suchtform.

 

Originalarbeit
Beck A, Wüstenberg T, Genauck A, Wrase J, Schlagenhauf F, Smolka MN, Mann K, Heinz A.
The effect of brain structure, brain function and brain connectivity on relapse in alcohol dependence. Arch Gen Psychiatry. 69(8):842-52 (2012)


Autoren

Anne Beck
Dr. rer. medic. Dipl.-Psych.
Department of Psychiatry and Psychotherapy
Charite - Universitätsmedizin Berlin
Charitéplatz 1, 10117 Berlin
Tel: +49 30 450 517-027; Fax: +49 30 450 517-944
E-Mail an Anne Beck

Torsten Wüstenberg
Dr. rer. nat. Dipl.- Ing.
Postdoctoral Research Fellow
Charité - Universitätsmedizin Berlin
Department of Psychiatry and Psychotherapy
Charité Campus Mitte
Charitéplatz 1, 10117 Berlin
Tel: +49 30 450 517 194; Fax: +49 30 450 517 944
Mobil: +49 177 78 78 522
E-Mail an Torsten Wüstenberg