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Neue Impulse für Forschung und Versorgung: Oberberg Stiftung vergibt 60.000 Euro für Projekte zu Abhängigkeitserkrankungen

Ausschreibung für das Förderjahr 2027 richtet sich an Hochschulen, wissenschaftliche Einrichtungen und Forschende

Die Oberberg Stiftung Matthias Gottschaldt schreibt für das Förderjahr 2027 Fördermittel in Höhe von insgesamt bis zu 60.000 Euro aus. Unterstützt werden wissenschaftliche und praxisorientierte Projekte, die neue Erkenntnisse zu Abhängigkeitserkrankungen gewinnen, deren Transfer in die Versorgung fördern oder innovative Ansätze in Prävention, Therapie und Rehabilitation stärken. Pro Einzelprojekt können Fördermittel von bis zu 20.000 Euro beantragt werden.

Mit der Ausschreibung möchte die Stiftung gezielt Vorhaben unterstützen, die wissenschaftliche Exzellenz mit einem konkreten gesellschaftlichen Nutzen verbinden. Im Mittelpunkt stehen Forschungsprojekte zur Entstehung, zum Verlauf sowie zur Prävention, Therapie und Rehabilitation von Abhängigkeitserkrankungen einschließlich ihrer psychosomatischen Begleiterkrankungen. Ebenso förderfähig sind Projekte, die wissenschaftliche Erkenntnisse wirksam in Politik, Fachöffentlichkeit und Gesellschaft vermitteln oder deren Umsetzung in die Praxis beschleunigen.

„Die Versorgung von Menschen mit Abhängigkeitserkrankungen braucht einen kontinuierlichen Austausch zwischen Wissenschaft und Praxis. Gute Forschung allein genügt nicht – ihre Erkenntnisse müssen ihren Weg in die Behandlung, die Prävention und die gesellschaftliche Diskussion finden“, sagt Prof. Dr. Matthias Janta, Vorstandsvorsitzender der Oberberg Stiftung Matthias Gottschaldt. „Mit unserer Förderung möchten wir Projekte unterstützen, die wissenschaftliche Qualität mit Innovationskraft verbinden und einen nachhaltigen Beitrag zur Verbesserung der Suchthilfe leisten.“

Ein weiterer Schwerpunkt der Ausschreibung liegt auf der Verbesserung der Kommunikation über wirksame Präventions- und Behandlungsangebote. Gefördert werden unter anderem Projekte zum Aufbau und zur Vernetzung wissenschaftlicher und praktischer Akteure sowie Konzepte zur zielgerichteten Öffentlichkeitsarbeit – auch über digitale Kanäle und Social Media.

Die Ausschreibung richtet sich an Hochschulen, wissenschaftlich orientierte Einrichtungen sowie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Förderfähig sind Projekte ohne Gewinnerzielungsabsicht, die den Stiftungszielen entsprechen und durch ihre gesellschaftliche Relevanz sowie innovative oder übertragbare Ansätze überzeugen.

Anträge können bis zum 15. Januar 2027 postalisch oder per E-Mail bei der Oberberg Stiftung Matthias Gottschaldt eingereicht werden. Das Antragsformular sowie die vollständigen Informationen zu den Förderkriterien und dem Bewerbungsverfahren stehen auf der Website der Stiftung zum Download bereit. Über die Vergabe der Fördermittel entscheidet der Stiftungsvorstand voraussichtlich bis zum 31. März 2027.

Ausschreibung als PDF

Antragsformular als PDF

Wissenschaftsförderung 2026: Oberberg Stiftung Matthias Gottschalt fördert innovative Projekte in der Sucht- und Präventionsforschung mit 60.000 €

Die Oberberg Stiftung Matthias Gottschaldt gibt die Auswahl der geförderten Projekte im Rahmen ihrer Wissenschaftsförderung 2026 bekannt. Auch in diesem Jahr war das Interesse an der Ausschreibung außerordentlich hoch: Zahlreiche qualitativ hochwertige und wissenschaftlich vielversprechende Projektanträge aus unterschiedlichen Bereichen im Kontext von Abhängigkeitserkrankungen wurden eingereicht.

Die eingegangenen Anträge spiegeln die große Innovationskraft sowie die wissenschaftliche Relevanz aktueller Forschungsvorhaben im Bereich der Abhängigkeitserkrankungen wider. Nach einem sorgfältigen Begutachtungsprozess hat der Stiftungsvorstand drei Projekte zur Förderung mit insgesamt 60.000 € ausgewählt, die in besonderer Weise durch ihre wissenschaftliche Qualität, ihre klinische bzw. gesellschaftliche Relevanz sowie ihre Passung zu den Zielen der Stiftung überzeugen konnten.

Mit der Förderung dieser Projekte setzt die Oberberg Stiftung Matthias Gottschaldt ihr Engagement fort, wissenschaftliche Erkenntnisse zu fördern und deren Transfer in die Versorgungspraxis und Gesellschaft zu unterstützen.

Die geförderten Projekte im Überblick

  • Fit 4 Buy - Kompetenzorientierte Schulprävention problematischen Kaufverhaltens
    • Medizin Campus OWL Ruhr-Universität Bochum
    • Das Projekt untersucht die Rolle biologischer Geschlechtsunterschiede und epigenetischer Mechanismen im Zusammenhang mit stressinduziertem Alkoholverlangen. Im Fokus steht dabei das Oxytocin-Vasopressin-System, das zunehmend als potenzieller Ansatzpunkt für neue Therapieformen gilt. Mithilfe experimenteller Stressparadigmen sowie genetischer Analysen soll erforscht werden, wie biologische und psychologische Faktoren zusammenwirken und geschlechtsspezifische Unterschiede in der Stressreaktion und im Suchterleben beeinflussen. Ziel ist ein vertieftes Verständnis der neurobiologischen Grundlagen von Alkoholabhängigkeit, um langfristig differenziertere und individuell zugeschnittene Behandlungsansätze zu ermöglichen.
  • Theta-Burst-Stimulation bei Alkoholabhängigkeit
    • Medizinische Einrichtungen des Bezirks Oberpfalz – KU
    • Das Projekt widmet sich der Erforschung eines neuartigen neuromodulativen Behandlungsverfahrens. Untersucht wird die Wirksamkeit einer beschleunigten Theta-Burst-Stimulation, einer speziellen Form der transkraniellen Magnetstimulation, bei Patientinnen und Patienten mit Alkoholabhängigkeit. In einer kontrollierten Studie soll geprüft werden, ob dieses Verfahren das Verlangen nach Alkohol reduzieren und die Therapieergebnisse verbessern kann. Durch die Kombination moderner Stimulationsprotokolle mit hoher Behandlungsintensität zielt das Projekt darauf ab, neue evidenzbasierte Therapieoptionen für eine Erkrankung mit bislang hohen Rückfallraten zu entwickeln.
  • Die Rollen des biologischen Geschlechts und der Regulation des Oxytocin-Vasopressin-Systems im Zusammenhang mit stressinduziertem Alkoholverlangen
    • Medizinische Hochschule Hannover
    • Das Projekt verfolgt einen präventiven Ansatz und adressiert problematisches Kaufverhalten bei Jugendlichen. Ziel ist die Entwicklung und Pilotierung eines evidenzbasierten schulischen Präventionsprogramms, das junge Menschen im Umgang mit Konsum, digitalen Kaufanreizen und emotionalen Belastungen stärkt. Das Programm umfasst mehrere Module, die unter anderem Medienkompetenz, Impulskontrolle und Stressbewältigung fördern. Durch die schulische Implementierung und die langfristige Bereitstellung der Materialien soll ein nachhaltiger Beitrag zur Prävention von Verhaltenssüchten und zur Förderung psychischer Gesundheit im Jugendalter geleistet werden.

Wilhelm-Feuerlein-Preis 2025

Die Oberberg Stiftung Matthias Gottschaldt prämiert alle zwei Jahre herausragende wissenschaftliche Arbeiten auf dem Gebiet der Forschung über substanzgebundene Abhängigkeiten.

Die Preisverleihung 2025 erfolgte im Rahmen des deutschen Suchtkongresses, welcher vom 22.09. bis 24.09.2025 in Berlin stattfand.

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